Digital Economic Forum in Zürich mit echter Innovation

Spannende Referenten - aber auch die Präsentation eines kantonalen Digitalisierungsprojekts: Das dritte Digital Economic Forum vom 9. und 10. Mai in Zürich vermochte alle Register zu ziehen.

Anonym und maskiert: Der Hacker FIL am Digital Economic Forum. (Bild: PD / zVg)

Ein Jungspund, ein Kommunikationspunk, ein Hacker und etliche andere Referenten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft: Sie waren verantwortlich für einen spannenden Themenmix am diesjährigen Digital Economic Forum. Die massiven Auswirkungen der unaufhaltsamen Digitalisierung auf die Gesellschaft und die Cyber Security standen im Zentrum der mit ca. 250 Gästen ausverkauften Tagung. Philipp Riederle – eben der „Jungspund“ und Digital Native – präsentierte die Ansprüche der Millennials an Job und Leben. Autor, Blogger und Strategieberater Sascha Lobo sagte u.a., dass nicht die Technologie unsere Welt verändere, sondern die Art, wie wir damit umgehen. Und alle Illusionen einer sicheren Cyber-Welt zerstörte der „Gentlemenhacker“ FIL vom Team Red: Er machte deutlich, dass Privatpersonen, Organisationen und Unternehmen, die Ziel einer Hackerattacke werden, keine Chance haben sich zu wehren. Wichtig sei das persönliche Verhalten und das Bewusstsein, dass diese Unsicherheit permanent bestehe. Als VBS-Verantwortlicher für die Risikoanalyse in allen Belangen der Informations- und Cybersicherheit wusste Ferdinand Kobelt um die massive Relevanz, die enormen Chancen, aber auch die beispiellosen Risiken des nicht mehr aufzuhaltenden Internet of Things. Den Abschluss bildete der Wirtschaftsphilosoph Anders Indset mit der eindringlichen Forderung, dass die Philosophie von gestern mit der Wissenschaft und Technologie von morgen gepaart werden müsse. In verschiedenen Businesstracks präsentierte das Digital Economic Forum ausserdem erfolgreiche Visionen, Konzepte und Ideen zur Bewältigung der digitalen Herausforderungen.

Für Aufsehen sorgte am Digital Economic Forum aber die Ankündigung der Realisierung des digitalen Kantons Glarus. Innert lediglich 12 Wochen hat die Glarner Kantonalbank zusammen mit den kantonalen Technischen Betrieben und der HIAG Data AG die Basis für die „schnellste und günstigste Datenautobahn der Alpen“ geschaffen, wie es heisst. Dieses Projekt soll eine neue Basis für das Wirtschaften in einer peripheren Region bilden, damit der „digitale Graben“ überwunden werden kann. „Das Zusammenspiel der verschiedenen Stakeholder, um gute Rahmenbedingungen für Investitionen zu schaffen, ist offenbar im ländlichen Raum einfacher als in urbaner Anonymität“, erklärte Landolt an einem Medienroundtable und einer Paneldiskussion am DEF. Die Politik müsse dabei weder regional noch national regulieren, sondern solche Projekte zulassen und Freude haben. Für Glarus sei diese digitale Infrastruktur von eminenter Bedeutung, auch um Pendlerströme in beide Richtungen zu durchbrechen und um eine optimale Basis für das Wirtschaften zu realisieren. Hanspeter Tinner, COO der HIAG Data AG, machte deutlich, dass das Unternehmen als technischer Enabler grundsätzlich daran interessiert ist, Industriebranchen digital zu erschliessen und den Unternehmen, die für die neue Arbeitswelt nötige Infrastruktur zu bieten. Entsprechend gross sei das Interesse gewesen, in Zusammenarbeit mit der Glarner Kantonalbank als Initiantin ein innovatives, schnelles und vor allem sicheres Netz für die gesamte Region zu realisieren, erklärte Tinner. „Wir stellen mit 9,6 Terrabit die grösste Bandbreite für ein unabhängiges, schnelles und günstiges Glasfasernetz zur Verfügung, an das geschäftskritische Applikationen und Daten angeschlossen werden können. Digitalisierung und Wirtschaft werde nun zusammengebracht, führte Ralf Luchsinger, CIO der Glarner Kantonalbank und Vizepräsident der ebenfalls neu gegründeten Initiative NüGlarus, weiter aus. Diese Initiative soll mithelfen, dass über die schnellste und günstigste Datenautobahn der Alpen neue Startup-Dienstleistungen und Co-Working Möglichkeiten in allen grösseren Orten realisiert werden. Zudem will sie gemeinsame Innovationsstrukturen und die Verwaltung bei der Einführung von E-Government unterstützen. Der digitale Kanton biete jetzt einen riesigen Werkzeugkasten und NüGlarus habe die Aufgabe, dieses Potential zu vermitteln, ergänzte Hanspeter Tinner.

Weitere Informationen auf der Website der Tagung

 

(Visited 62 times, 1 visits today)

Weitere Beiträge zum Thema