Weibliche Führungskräfte in der Schweiz weiter auf dem Vormarsch

Die Schweizer Wirtschaft hat sich in Bezug auf Gender Diversity nachhaltig bewegt und ist im Generationenprojekt von der Sensibilisierungsphase definitiv in der Bewusstseinsphase angekommen. Dies zeigen die Zahlen des jüngsten schillingreports, der weibliche Führungskräfte allmählich auf der Überholspur sieht.

Die Kurve zeigt in der Schweiz weiter nach oben: Noch nie gab es so viele weibliche Führungskräfte. (Bild: Pixabay.com)

Noch nie gab es in der Schweiz so viele weibliche Führungskräfte wie heute: Gemäss dem 16. schillingreport steigt der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen erstmals um 3 Prozentpunkte (+ 30 %) von 10 % auf den neuen Höchststand von 13 %. Die Zahl der weiblichen CEOs erhöht sich gleichzeitig von 3 auf 5 – und wird im laufenden Jahr auf 8 zunehmen. Der öffentliche Sektor beschäftigt im Topkader bereits 21 % Frauen.

Gender Diversity ist ins Bewusstsein aufgerückt

Der Vormarsch weiblicher Führungskräfte werde dadurch unterstrichen, dass die grössten Arbeitgeber zuletzt jede vierte vakante Geschäftsleitungsposition (26 %) mit einer Frau besetzten (Vorjahr 21 %), stellt der Report fest. So habe der öffentliche Sektor für 29 % der Vakanzen im Topkader eine Frau berufen. In den Verwaltungsräten der 100 grössten Arbeitgeber legte der Frauenanteil gemäss der Untersuchung von 23% auf 24% zu. „Nach einer langen Phase der Sensibilisierung betreffend Gender Diversity sind die meisten Unternehmen in der Bewusstseinsphase angekommen“, stellt der schillingreport 2021 fest. Sie hätten nun erkannt, wie zentral eine eigene
Pipeline mit weiblichen Talenten für den Geschäftserfolg sei. So ging die Zahl jener Unternehmen, die keine Frau in der Geschäftsleitung haben, jüngst nochmals deutlich auf 42 % (Vorjahr 47 %) zurück. Bis zur Akzeptanzphase – in der Berufungen von Frauen in die Geschäftsleitung so alltäglich sind wie jene von Männern – dürften noch etliche Jahre vergehen. «Nicht umsonst spreche ich immer von einem Generationenprojekt», so Herausgeber Guido Schilling.

Expertise nimmt zu

Die diesjährige Ausgabe des schillingreport wertet erstmals die Zusammensetzung der Verwaltungsräte nach Fachkompetenz aus. Hier zeigt
sich, dass die Mitglieder mit einem operativen General-Management-Hintergrund mit 61 % deutlich überwiegen, während 39 % der Mitglieder die Unternehmens-Governance mit ihrer Expertise sicherstellen. 54 % der Verwaltungsrätinnen haben Governance-Expertise, ihre männlichen Kollegen zu zwei Dritteln (66 %) einen General-Management-Hintergrund.

Mehr weibliche Führungskräfte in Schlüsselfunktionen

Frauen bekleiden immer mehr Schlüsselfunktionen: 52 % (Vorjahr 39 %) der neuen weiblichen Geschäftsleitungsmitglieder übernahmen eine umsatz- resp. ergebnisrelevante Rolle. Lediglich 48 % (Vorjahr 61 %) übernahmen eine Service-Rolle wie etwa Human Resources oder Legal. Bei den bestehenden weiblichen Geschäftsleitungsmitgliedern sind knapp zwei Drittel (65 %) für Service-Funktionen zuständig. «Das
Engagement der Unternehmen, Frauen für umsatz- und marktbezogene Geschäftsleitungsfunktionen zu gewinnen, ist auch in meinem Geschäftsalltag stark spürbar», sagt Schilling. «Deshalb rate ich den jungen Frauen und Männern immer, sich im Kerngeschäft des Unternehmens zu entwickeln und Erfahrungen im Ausland zu sammeln, wenn sie eine Laufbahn ins Topmanagement anstreben.» Hinzu kommt, dass Diversity allgemein Unternehmen widerstandsfähiger macht, wie eine andere Studie jüngst nachgewiesen hat.

Quelle: Guido Schilling AG

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