Mutige Macherinnen und Macher: Ihnen gehört die Zukunft

Positive Neuigkeiten von Schweizer Firmengründungen: Trotz Corona-Krise bleibt die Anzahl an Neueintragungen ins Handelsregister im ersten Quartal 2020 auf einem hohen Niveau. Die nationale Analyse des IFJ Institut für Jungunternehmen zeigt, dass in den ersten drei Monaten 11’358 neue Firmen gegründet wurden. Dies entspricht einem leichten Rückgang von -1.9 Prozent gegenüber dem rekordhohen Vorjahresquartal.

Mutige Macherinnen und Macher wie die beiden Coiffeur-Unternehmerinnen Daniela Luchetti und Severina Brägger (www.coiffeurblum.ch): Sie sind Garanten für die Zukunft. (Bild: zVg / D. Luchetti, S. Brägger)

Die Corona-Krise hatte im ersten Quartal 2020 noch kaum Einfluss auf die Anzahl von Firmen-Neugründungen. Die nach wie vor hohe Anzahl neuer Firmen gibt Zuversicht für die Zukunft – mutige Macherinnen und Macher sind nun gefragt. Trotzdem muss im zweiten Quartal 2020 mit einem Rückgang an Neugründungen gerechnet werden, welche auf die globalen Folgen des Coronavirus zurückzuführen sein werden. Neugründungen ziehen sich oft über einige Wochen hinweg, weshalb aktuell noch wenig aussagekräftigen Fakten vorliegen, wie das IFJ Institut für Jungunternehmen mitteilt.

Februar 2020: der gründungsstärkste Monat im Mehrjahresvergleich

Die Analyse des ersten Quartals 2020 durch das IFJ Institut für Jungunternehmen zeigt, dass der Januar 2020 mit 3’701 eine hohe Zahl an Neugründungen verzeichnete. Mit einer Differenz von -1.8% wurde der Höchstwert vom Januar 2019 nur knapp verpasst. Der Februar 2020 registrierte mit 3’939 Neugründungen einen Rekordwert im mehrjährigen Monatsvergleich. Dies entspricht einem Plus von 1.8% gegenüber dem Vorjahr. Der Monat März steht im Zeichen der globalen Auswirkungen des Coronavirus und des Lockdowns in zahlreichen Länder, so auch seit dem 17. März 2020 in der Schweiz. Seitens Firmengründungen lässt sich jedoch festhalten, dass trotz der widrigen Umstände 3’718 neue Firmen in der Schweiz gegründet wurden. Dies entspricht einem Rückgang von -6.1% gegenüber dem Vorjahr 2019 mit 3’958 Neugründungen.

(Quelle: Schweizerisches Handelsamtsblatt SHAB; Analyse: IFJ Institut für Jungunternehmen AG)

Neugründungen nach Branchen

Seitens Firmengründungen nach Branchen zeigt die Analyse des IFJ im ersten Quartal 2020 starke Anstiege in den Branchen Architektur & Ingenieurwesen wie auch Marketing & Kommunikation (je +14%), Beratung (+7%) sowie private & geschäftliche Dienstleistungen (+4%). Auch in den Branchen Handwerk und Kultur & Gemeinnütziges wurden je +1% mehr neue Firmen gegründet. Weniger gegründet wurde in den ersten drei Monaten 2020 vor allem in den Branchen Hightech(-26%), Grosshandel (-15%), Immobilienwesen (-13%), IT & ICT (-10%) sowie Mobilität (-10%).

Mutige Macherinnen und Macher im Interview

Der Lockdown, welcher am 16. März 2020 vom Bundesrat beschlossen wurde, trifft die Coiffeur-Branche hart. So auch Daniela Luchetti und Severina Brägger, die sich vor einem halben Jahr mit der Coiffeur Blum GmbH in St. Gallen selbständig gemacht haben. Seit über 15 Jahren arbeiten sie zusammen im Team und geben ihr Bestes, dass jede Kundin und jeder Kunde den Salon zufrieden und mit einem Lächeln verlässt.

Wie beeinflusst die aktuelle Situation Ihre Geschäftstätigkeit?
Natürlich müssen auch wir unseren Beitrag zur aktuellen Situation leisten und mussten entsprechend unseren Salon aufgrund der erlassenen BAG Vorschriften ab dem 17.03.2020 für unsere Kunden schliessen. Damit sind uns von heute auf morgen fast die gesamten Einnahmen weggebrochen bei fast gleichbleibender Kostenbasis. Auf der Einnahmeseite bleibt uns lediglich noch der Online-Verkauf von einzelnen Haarprodukten. Auf der Kostenseite können wir keine Kurzarbeit anmelden, da wir beide selbstständig sind und keine angestellten Mitarbeiter haben. Uns bleibt der Antrag auf eine Entschädigung von je max. 196 Franken pro Tag.

Wie stellen Sie die Finanzierung sicher?
Das sind die drei verschiedenen Massnahmen, welche wir getroffen haben:

  1. Da wir bereits vor 6 Monaten eröffnet haben und sich der Geschäftsverlauf von Beginn weg positiv eingestellt hat, war es uns möglich gewisse Reserven zu bilden.
  2. Auf der Kostenseite versuchen wir die laufenden Kosten auf ein Minimum zu reduzieren und laufende Rechnungen aufgrund der neuen Richtlinien verzögert zu bezahlen.
  3. Neue Einnahmequellen: Über Instagram machen wir Werbung für unsere Kunden mit welchen Haarprodukten sie sich zu Hause pflegen können. Damit können wir über den online Verkauf von Haarprodukten neue Einnahmequellen generieren und den Ausfall wenigstens ein wenig mindern. Zusätzlich benutzen wir diesen Weg auch um kleine Aufmerksamkeiten wie z.B. unser berühmtes Bananenbrot an die Kunden auszuliefern. Damit können wir auch einzelne Kundenbeziehungen stärken und intensivieren.

Wie zufrieden sind Sie mit den Massnahmen, die der Bundesrat beschlossen hat?
Dies hängt bei uns stark von der laufenden Anfrage bezüglich der Taggelder von der AHV-Ausgleichskasse ab. Falls wir diese zum maximalen Betrag von 196 Franken pro Person und Tag erhalten, hilft uns das enorm. Damit können wir natürlich niemals die ganzen Verluste decken, dennoch können wir damit unser Grundgehalt und die minimal benötigte Liquidität im Unternehmen sicherstellen. Mit dieser Hilfe sind wir auch nicht gezwungen von den angebotenen Krediten vom Bund Gebrauch zu machen. Falls diese Gelder wie vorgesehen rasch ausbezahlt werden, sind wir sehr froh um diese Unterstützung und damit auch mit den Massnahmen vom Bund sehr zufrieden.

Quelle: IFJ Institut für Jungunternehmen

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