Corona-Pandemie schweisst zusammen: KMU helfen KMU
Ausserordentliche Situationen erfordern ausserordentliche Massnahmen: Der Bund hat ein umfangreiches Hilfspaket für Unternehmen beschlossen, die wegen des teilweisen Lockdowns in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten drohen. Doch Unterstützung benötigen Unternehmen auch in vielen anderen Bereichen. Und da bieten sich KMU auch gegenseitig Hilfe an.

Geld ist nicht alles. Vielerorts müssen während der Corona-Pandemie auch viele ganz praktische Fragen beantwortet werden. Wie kann ein Unternehmen Mitarbeitende, die nun zu Büroarbeit zu Hause «gezwungen» sind, vernetzen und koordinieren? Wie lässt sich trotz behördlicher Schliessung dennoch ein minimaler Umsatz generieren? Wie können Prozesse digitalisiert werden, wenn der Firmensitz personell verwaist ist? Oder wie können überzählige Ressourcen allenfalls anderen Organisationen zur Verfügung gestellt werden? Viele Dienstleister öffnen derzeit ihre Schatullen und bieten entsprechende Unterstützung an – nicht gratis selbstverständlich, aber zu Konditionen, die zumeist einen längerfristigen Return on Investment versprechen.
Einfache und kostengünstige Homeoffice-Lösung
Unzählige Mitarbeitende mussten von heute auf morgen von Zuhause aus arbeiten. Viele Arbeitgeber stellen fest, dass sie auf dieses Szenario ungenügend vorbereitet sind: Die Mitarbeitenden haben etwa keinen Zugriff auf Daten und IT-Infrastruktur. Die Lösung: Eine VPN-Verbindung oder Cloud Computing. Doch diese Möglichkeiten benötigen einiges an IT-Support, den sich in der Regel nur grössere Unternehmen leisten können. Das Walliser Unternehmen HOOC AG bietet nun eine Alternative: Es verfügt über ein Produkt, das es besonders Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung ermöglicht, die Mitarbeitenden dauerhaft oder zeitlich begrenzt von Zuhause aus arbeiten zu lassen. Unternehmen können bei HOOC ein Gerät in der Grösse einer Kreditkarte bestellen. Dieses wird dann per Post zugestellt und kann einfach an das firmeneigene Netzwerk angeschlossen werden. Die Mitarbeitenden müssen dann nur noch die HOOC-App herunterladen, sich anmelden und schon sind sie bereit für die Arbeit von zu Hause aus. Bis zu 10 Mitarbeitende können so problemlos gleichzeitig auf die Firmen-IT zugreifen, ohne dass es zu Verzögerungen kommt, teilt das Unternehmen mit.

Arbeitsabläufe digitalisieren
Im aktuellen Umfeld sind Lösungen gefragt, welche die Prozesse vereinfachen und die Datenflut kanalisieren. Enterprise Content Management (ECM) erhält nun einen neuen Stellenwert. Eine solche Lösung ist etwa AMAGNO, in der Schweiz vertreten durch isaac Schweiz GmbH. Diese ECM-Lösung hilft, das Datenmanagement mit vielen Parteien an unterschiedlichen Standorten transparent und nachvollziehbar abzubilden. AMAGNO wird im On-Premise-Modell angeboten, wie auch als flexibler Cloud Service. Somit sind beispielsweise für Homeoffice-Arbeitsplätze keine Installationen erforderlich. Für Interessenten steht ein kostenloser Cloud Account mit 300 MB und vollem Funktionsumfang zum Testen zur Verfügung.
Wie geht es den Mitarbeitenden während der Corona-Pandemie?
Gerade in Krisensituationen ist die Mitarbeiterführung eine besondere Herausforderung. Wie gut es den Führungskräften gelingt, Massnahmen zu kommunizieren und umzusetzen und wie diese von den Mitarbeitenden wahrgenommen werden, sind dabei zentrale Fragestellungen. Das Zürcher Jungunternehmen echonovum unterstützt Firmen kostenlos mit passenden Mitarbeiterumfragen. Die Erkenntnisse daraus ermöglichen ein abgestimmtes Handeln zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden. Interessierten Unternehmen gewährt echonovum Zugriff auf eine bereits auf die Corona-Situation vorbereitete Umfrage, die sie sofort und anonymisiert an ihre Mitarbeitenden versenden können. Auf Wunsch können die Umfragen auf firmenspezifische Fälle angepasst werden.
Hilfe im Bereich Marketing und Kommunikation
Wie kommen KMU in Krisenzeiten an Kunden heran? Wie soll man noch Marketing betreiben, wenn die Umsätze wegbrechen? Die Werbeagentur TBWA\Zürich will unbürokratisch Unterstützung leisten: „Wir möchten Firmen, die in der Krise sind und Hilfe suchen, mit kostenloser Beratung in Marketing und Kommunikation unterstützen», sagt dazu Matthias Kiess, CEO der Agentur. Zu diesem Zweck wurde eine kleine digitale Kampagne entwickelt, die zielgerichtet Unternehmer und Marketingfachleute von KMU ansprechen soll und gratis Unterstützung anbietet. «Denn auch wir sind Teil der Schweizer Wirtschaft und haben grosses Interesse, den Schaden für uns alle möglichst klein zu halten und Solidarität erlebbar zu machen», so Matthias Kiess weiter. Interessierte Unternehmen können sich per E-Mail (kmu@tbwa.ch) mit der Agentur in Verbindung setzen.
Lokale Unternehmen unterstützen
Auch grosse Unternehmen zeigen in der Corona-Pandemie Herz für KMU: So vereinen sich die zwei grossen Westschweizer Versicherer Groupe Mutuel und Vaudoise mit der Liveshopping-Plattform QoQa, um Kleinhändlern und -Produzenten in Schwierigkeiten zu helfen. Per sofort bietet QoQa den Schweizer Bürgern eine neue Plattform für die Unterstützung der Wirtschaft durch den Kauf von Gutscheinen. Die Gutscheine können bei lokalen Händlern eingelöst werden. Die Stiftung Groupe Mutuel engagiert sich für diese konkrete Massnahme zur Unterstützung lokaler Unternehmen. «In dieser für viele KMU kritischen Zeit muss die Schweizer Wirtschaft zusammenstehen und Solidarität zeigen. Durch dieses Projekt in Zusammenarbeit mit QoQa erhalten Händler konkrete Hilfe», sagt Thomas Boyer, CEO der Groupe Mutuel.
In der Corona-Pandemie erhält Sharing neuen Stellenwert
Überkapazitäten anbieten oder fehlende Ressourcen suchen? Ab sofort bietet Share-it für KMU diese Möglichkeit – bis auf weiteres kostenlos. Denn eine der grössten Herausforderungen für KMU besteht aktuell darin, vorhandene Ressourcen und Mittel schnell, effizient und zielgerichtet dort einzusetzen, wo sie den grössten Nutzen bringen. Dafür bietet die ab sofort verfügbare Plattform Share-it eine schnelle und einfache Lösung. Ob Rohstoffe, Arbeitsleistungen, Maschinen, Personal, Räumlichkeiten, Transport- und Lager-Kapazität, Informatik – auf dem digitalen KMU-Marktplatz zur Ressourcenallokation können KMU ab sofort nach dem Prinzip «Wir suchen – Wir bieten» vorhandene Überkapazitäten anbieten oder Ressourcen anfordern. Damit die passenden Kooperationspartner zügig zueinander finden, begleiten zudem versierte KMU-Expertinnen und -Experten den Prozess.