Einmalige CH-Buchenwälder sind Unesco-Juwel
Warum auch in die Ferne schweifen – die Schweiz hat Orte zu bieten, die auf der Welterbeliste der Unesco aufgeführt sind. Soeben wurden die alten Buchenwälder in drei Tessiner Tälern sowie auf dem Bettlachstock in Solothurn aufgenommen.

© zVg Kaufmann + Bader GmbH
Als häufigste Baumart in Mitteleuropa zeichnet sich die Buche durch ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche klimatische und geografische Bedingungen aus. Menschliche Eingriffe üben jedoch einen starken Druck auf die Buchenurwälder und alten Buchenwälder aus, sodass nur noch einige Reste übrig sind. Aus diesem Grund hat die Schweiz die Aufnahme von zwei Buchenwaldreservaten in die Welterbeliste vorgeschlagen. Dem hat das Welterbekomitee nach eingehender Besichtigung am 28. Juli 2021 stattgegeben und die alten Buchenwälder in den Tälern Lodano, Busai und Soladino (TI) sowie auf dem Bettlachstock (SO) in die Welterbeliste aufgenommen (Welterbeliste CH, Schweizerische Unesco-Kommission).
Über 170 Jahre alte Bäume
Mit über 170-jährigen Bäumen und einer Gesamtfläche von mehr als 1000 Hektaren sind diese beiden Schweizer Waldreservate ein wertvolles genetisches Reservoir nicht nur für die Buche, sondern auch für zahlreiche assoziierte und von diesen Lebensräumen abhängige Tier- und Pflanzenarten. Die Naturwaldreservate sind öffentlich zugänglich und ermöglichen den Erhalt der Biodiversität, indem die forstlichen Eingriffe eingeschränkt werden, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) betont. Die in die Unesco-Welterbeliste aufgenommenen Schweizer Waldreservate seien Teil eines transnationalen Ensembles: 94 Buchenwälder in 18 Ländern bilden eine einzige Welterbestätte. Schutz und Management dieses Naturerbes erfordere Zusammenarbeit und Koordination zwischen diesen Ländern.
«Der Entscheid würdigt den Einsatz der Schweiz für den Schutz der Ökosysteme auf globaler Ebene und anerkennt die Qualität ihrer Politik für die Förderung der Biodiversität in den Wäldern», erklärt Bafu-Direktorin Katrin Schneeberger.
Quelle: Bafu

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Orte der Schweiz auf der Welterbeliste
Die Welterbeliste ist ein Instrument der Unesco-Konvention zum Schutz des Kultur‑ und Naturerbes der Welt (Welterbekonvention). Sie enthält die Objekte, deren aussergewöhnlicher universeller Wert durch das Welterbekomitee anerkannt wurde. In der Schweiz sind 13 Objekte in der Welterbeliste verzeichnet, vier davon als Naturerbestätten:
- Alte Buchenwälder in den Kantonen Tessin und Solothurn
- Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch
- der Monte San Giorgio
- die Tektonikarena Sardona
Die anderen neun Objekte sind Kulturerbestätten.