Letzter Binding Waldpreis verliehen

Der Binding Waldpreis wurde in diesem Jahr zum 30. und letzten Mal verliehen. Er geht an die Bürgergemeinde Basadingen-Schlattigen TG für ihre erfolgreiche suffiziente Waldpflege.

Der ausgezeichnete Wald: Mit massvoller Holznutzung wird ein strukturreicher Wald mit hoher Artenvielfalt erreicht. (Bild: Walter Ackermann)
Der ausgezeichnete Wald: Mit massvoller Holznutzung wird ein strukturreicher Wald mit hoher Artenvielfalt erreicht. (Bild: Walter Ackermann)

Der Binding Waldpreis wurde jeweils zu einem spezifischen Jahresthema ausgeschrieben. Dieses Jahr stand «Weniger ist mehr – Suffizienz als Schlüssel zum Erfolg» im Fokus. Die heute ausgezeichnete Bürgergemeinde Basadingen-Schlattingen betreibt suffiziente Waldpflege aus Überzeugung und sehr erfolgreich. Verzicht zu Gunsten kommender Generationen sei bei dem Preisträger seit langem Programm, sagte Kuratoriumspräsident Georg Schoop am Festakt zum 23.Juni 2016. Die Preisträgerin setze auf Einzelbaumpflege und fälle Altbäume erst, wenn sie am Ende ihrer Lebenskraft angelangt seien. Dies sei ökologisch wertvoll und bringe mit wenig Mitteleinsatz beachtliche Wertträger hervor.

«Weniger ist mehr» – ein zukunftsweisender Ansatz auch für andere Branchen
Festredner Prof. Dr. Mathias Binswanger stellte den Grundsatz «weniger ist mehr» in einen grösseren Kontext der Ökonomie und der Glücksforschung. «Es gibt verschiedene empirische Hinweise, dass mehr Suffizienz nicht nur eine nachhaltige Entwicklung fördert, sondern auch einen Beitrag zu einem glücklicheren oder zufriedeneren Leben vieler Menschen leistet», hielt Binswanger fest. Da unsere heutige Geldwirtschaft grundsätzlich auf Wachstum ausgerichtet sei und ohne Wachstum in Probleme gerate, werde Suffizienz schnell zu einem Störfaktor der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung, führte er weiter aus. Dieser Widerspruch zwischen inhärenter Wachstumsdynamik der heutigen Wirtschaft und Suffizienz sei eine zentrale Herausforderung für die Zukunft.

Binding Waldpreis hat seine Wirkung erzielt
Mit dem letzten Jahresthema «Weniger ist mehr – Suffizienz als Schlüssel zum Erfolg» setzt die Sophie und Karl Binding Stiftung nach 30 Jahren nun einen Schlusspunkt. In dieser Zeit zeichnete sie 30 Waldbesitzerinnen und Walbesitzer aus, die ihre Wälder vorbildlich im Sinne der Nachhaltigkeit ökologisch, sozial und ökonomisch bewirtschaften. Mit dem Binding Waldpreis ist es gelungen, anhand konkreter vorbildlicher Beispiele aufzuzeigen, wie langfristig orientierte Waldbewirtschaftungs-Strategien erfolgreich umgesetzt werden können. Die Preisträger
haben es geschafft, die ökologischen Potentiale ihrer Wälder weiterzuentwickeln, die gesellschaftlichen Bedürfnisse abzudecken und wirtschaftlich überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen. Die Biodiversität im Schweizer Wald hat heute verglichen mit anderen Lebensraum-Typen ein hohes Niveau erreicht. Der Binding Waldpreis hat Impulse gegeben und den Waldbesitzern und deren Forstbetrieben Mut gemacht, innovative Ideen umzusetzen.

Die Binding Stiftung hat in den 30 Jahren rund 10 Millionen Franken in die Ausrichtung und Umsetzung des Binding Waldpreises investiert. Damit hat sie viele neue, zukunftsweisende Projekte unterstützt und zu deren Reali-sierung beigetragen. Die positiven Beispiele der Binding Waldpreisträger wirkten ermutigend. Der Verunsiche-rung und Lähmung, die in den 1980er Jahren rund um das Thema «Waldsterben» herrschte und Anlass bot für die Gründung des Binding Waldpreises, ist einer innovativen, diversifizierten Waldbewirtschaftung gewichen, die sich den heutigen Herausforderungen stellt.

Stiftung bleibt weiterhin im Umweltbereich tätig
Nach 30 Jahren Binding Waldpreis hat der Stiftungsrat beschlossen, dass er das bisher für den Waldpreis einge-setzte Geld künftig für andere Projekte im Rahmen des Stiftungszweckes einsetzen möchte. Das Engagement für den Bereich Umwelt und das Programmthema Landschaftsschutz bleibt bei der Stiftung bestehen. Welches Projekt bzw. welche Projekte an die Stelle des Waldpreises treten wird, ist derzeit noch offen.

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